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Dauernachtwache in der Pflege – Das musst du wissen

Du bist Pflegefachkraft, Altenpfleger:in oder PflegehelferIn und überlegst dem Schichtwechsel den Rücken zu kehren und in die Dauernachtwache zu wechseln? Hier ist alles, was du über die Arbeit im Nachtdienst wissen solltest.

Inhaltsverzeichnis

    Was bedeutet Dauernachtwache in der Pflege?

    Die Nachtschicht in der Pflege erstreckt sich in der Regel von 23 bis 6 Uhr. Wenn du in der Altenpflege oder im Krankenhaus als Dauernachtwache arbeitest, bedeutet das nicht unbedingt, dass du ausschließlich nachts tätig bist. Pflegekräfte gelten bereits als Nachtwache, wenn sie an mindestens 48 Tagen pro Jahr Nachtarbeit leisten (§ 2 ArbZG).

    Nachtarbeit wird definiert, wenn du mehr als zwei Stunden am Stück zwischen 23 und 6 Uhr arbeitest. Wenn du also um 17 Uhr beginnst und bis 2 Uhr nachts arbeitest, fällt dies unter Nachtarbeit. Häufig werden die Schichten der Dauernachtwache im 7/7-Rhythmus aufgeteilt. Das bedeutet, dass die Pflegekräfte 7 Tage in Folge arbeiten und dann 7 Tage freihaben.

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    Wie viele Nächte arbeitet eine Dauernachtwache in der Pflege?

    Gemäß geltendem Arbeitsrecht in der Pflege darf die wöchentliche Arbeitszeit von Dauernachtwachen im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 48 Stunden betragen. Dabei müssen die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) in Bezug auf die Höchstarbeitszeit, die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie die Gewährung von Ersatzruhetagen beachtet werden. Daraus ergibt sich, dass Beschäftigte in der Pflege in der Regel bis zu 19 aufeinanderfolgende Arbeitstage haben können. 

    Um dies zu verdeutlichen: Wenn eine Pflegekraft ihre Arbeit am Montag aufnimmt und in den folgenden zwei Wochen ununterbrochen arbeitet (einschließlich der beiden Sonntage), muss der Ersatzruhetag für den ersten Sonntag spätestens 14 Tage danach gewährt werden. Dies bedeutet, dass Mitarbeitende in der Pflege bis zu 7 plus 12 aufeinanderfolgende Arbeitstage haben können, also insgesamt 19 Tage. (Quelle: Arbeitsrecht in der Pflege – Was regelt das Arbeitsrecht für Pflegekräfte?)

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    Gehalt und Zuschläge einer Dauernachtwache in der Pflege

    Die Attraktivität der Position als Dauernachtwache in der Pflege wird häufig durch das Gehalt gesteigert. Als Nachtwache erhältst du einen Stundenlohn, der in der Regel deutlich über dem liegt, was du tagsüber verdienen würdest. Dies liegt daran, dass Dauernachtwachen in der Regel einen Zuschlag von 25 % für Nachtarbeit erhalten. Im öffentlichen Dienst gibt es einen tariflichen Zuschlag von 20 %, der bereits ab 21 Uhr gilt, nicht erst ab 23 Uhr.

    Es ist jedoch möglich, noch höhere Zuschläge zu erhalten, sodass das Gehalt als Nachtwache in der Pflege sogar um 30 % steigen kann. Dies ist besonders der Fall, wenn die nächtliche Arbeit eine besondere Belastung darstellt, was oft auf Dauernachtwachen zutrifft, da die ständige nächtliche Arbeit die Gesundheit nachhaltig beeinflussen kann. Und es wird noch besser: Der Zuschlag für Nachtarbeit ist bis zu 25 %, und bei Arbeit zwischen 0 und 4 Uhr sogar bis zu 40 %, steuerfrei.

    Alternativ zu den Nachtzuschlägen ist auch ein Ausgleich durch Freizeit möglich. Dieser beträgt in der Regel ebenfalls 25 %. Für jede vierstündige Nachtarbeit erhältst du eine zusätzliche Stunde Freizeit (§ 6 Absatz 5 ArbZG).

    Das genaue Gehalt als Dauernachtwache hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Im Durchschnitt kannst du ein Bruttogehalt von etwa 3.100 € pro Monat erwarten. Dein Gehalt kann jedoch je nach deiner Ausbildung, Berufserfahrung, Arbeitsort und Einrichtung erheblich variieren und sowohl höher als auch niedriger ausfallen.

    Vor- und Nachteile der Arbeit als Dauernachtwache in der Pflege

    Der Job als Dauernachtwache bringt zahlreiche Vorteile mit sich, allen voran eine bessere Vereinbarkeit und ein höheres Gehalt. Die Auswirkungen auf deine Gesundheit solltest du allerdings nicht unterschätzen.

    Vor-und Nachteile Dauernachtwache Pflege

    Vorteile der Dauernachtwache

    • Intensivere Zeit mit der Familie: In deiner freien Woche kannst du dich unabhängig von der Arbeit deiner Familie und Privatem widmen. Dafür bleibt auch weniger Zeit in der Woche, in der du im Nachtdienst arbeitest – besonders mit steigendem Alter.

    • Mehr Gehalt: Durch die Nachtzuschläge übersteigt dein Gehalt als Nachtwache das von Kolleg:innen in anderen Schichten. Dein Stundenlohn ist nämlich deutlich höher.

    • Ruhigere Dienste: Manche Nächte sind deutlich ruhiger als die Arbeit tagsüber, da das Tagesgeschäft umgangen wird und die Patient:innen eher schlafen. Das ist aber nicht immer der Fall und kommt auf die Station und die Patient:innen an. 

    • Mehr Zeit für die Patient:innen: Manche Pflegekräfte sehen in der Nachtschicht eine Gelegenheit, eine persönliche Betreuung zu ermöglichen. Die Arbeit in den Nachtstunden wird weniger von routinemäßigen Abläufen geprägt, wodurch du tendenziell mehr Zeit für zwischenmenschliche Momente hast.

    • Keine Schichtarbeit: Schlaf- und Arbeitszeiten verfolgen einen regelmäßigen Rhythmus als im üblichen Schichtdienst, da du nur eine Schicht hast.

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    Nachteile der Dauernachtwache

    • Social Jetlag: Jetlag tritt auf, wenn du in eine andere Zeitzone reist und sich dein Körper an die neue Zeit anpassen muss. Dies kann zu Müdigkeit, gestörtem Essverhalten und Konzentrationsschwierigkeiten führen, da der circadiane Rhythmus gestört wird, der viele Körperfunktionen regelt.

      Schichtarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten können ähnliche Auswirkungen haben, was dann als Social Jetlag bezeichnet wird. Der Körper hat Schwierigkeiten, sich an wechselnde Schlaf- und Wachphasen anzupassen. Dies kann sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken, insbesondere wenn Nachtschichten und Tagschichten regelmäßig wechseln. (Quelle: Warum sich Schichtarbeiter im Dauer-Jetlag befinden)

    • Soziale Isolation: Wenn du als Pflegekraft oder Pflegehelfer:in in der Nachtwache arbeitest, kann dies oft Auswirkungen auf dein soziales Leben haben, da du während der Schlafenszeit der meisten anderen arbeitest und umgekehrt.

    • Gesundheitliche Auswirkungen: Dauerhafte Nachtschichten können zu Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Schlafstörungen, gestörtem circadianen Rhythmus, erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und anderen gesundheitlichen Beschwerden.

    • Schichtarbeitssyndrom: Schichtarbeit kann das sogenannte Schichtarbeitssyndrom verursachen, das Symptome wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Verdauungsprobleme umfassen kann.

    • Fehlende Tageslichtexposition: Als Dauernachtwache fehlt oft die Exposition gegenüber Tageslicht, was sich negativ auf die Stimmung und den Vitamin-D-Spiegel auswirken kann.

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    Welche Aufgaben hat eine Dauernachtwache?

    Nachtwachen in der Pflege sind in verschiedenen Einrichtungen gefragt, darunter Krankenhäuser, Kliniken, ambulante Pflegedienste und Altenpflegeeinrichtungen.

    • Überwachung während der Nacht: Pflegekräfte in der Nachtwache sind dafür verantwortlich, die Patient:innen während der Nachtstunden zu überwachen und sicherzustellen, dass sie sich wohl und sicher fühlen.
    • Schlafunterstützung: Sie kümmern sich um Patient:innen, die Schwierigkeiten beim Schlafen haben, sei es aufgrund von Schmerzen, Angstzuständen oder Schlafstörungen.
    • Notfälle: Im Falle von Notfällen sind Nachtwachen oft die ersten Ansprechpartner und müssen sofort reagieren, bis Ärzt:innen oder Rettungskräfte eintreffen.
    • Routinewartung: Während der Nacht erledigen sie auch Routineaufgaben wie das Wechseln von Verbänden, Überwachen von Vitalzeichen und Verabreichen von Medikamenten.

    Welche persönlichen Voraussetzungen benötige ich im Job als Dauernachtwache?

    In der Nacht ist die Pflegekraft oft die einzige Ansprechperson für die Pflegebedürftigen. Daher ist es wichtig, aufmerksam zu sein, um Veränderungen im Zustand frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Zudem solltest du in deinen klinischen Kompetenzen selbstbewusst und sicher sein.

    Der Nachtdienst kann stressig sein, insbesondere in Notfallsituationen. Die Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben und rational zu handeln, ist wichtig, besonders, wenn du allein im Dienst bist.

    Was ist der Unterschied zur Nachtbereitschaft?

    Die Nachtbereitschaft bezieht sich auf eine Arbeitsform, bei der die Pflegekraft außerhalb der normalen Arbeitszeiten in der Einrichtung verfügbar ist, aber nicht ständig aktiv arbeitet. In einigen Fällen wird Pflegekräften in der Nachtbereitschaft eine Pauschalvergütung oder ein Bereitschaftsdienstzuschlag gezahlt, jedoch nicht die reguläre Arbeitszeit vergütet.

    Eine Dauernachtwache ist während ihres gesamten Dienstes in der Einrichtung anwesend und im Dienst. Der Hauptunterschied liegt also in der kontinuierlichen Anwesenheit und der aktiven Arbeit während der gesamten Nacht bei der Dauernachtwache im Vergleich zur Bereitschaftsdienstrolle, bei der die Pflegekraft auf Abruf ist und nur bei Bedarf aktiv wird.

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    Wie viele Patient:innen darf eine Pflegekraft im Nachtdienst betreuen?

    Die PpUGV (Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung) setzt verbindliche Mindestanforderungen für als pflegesensitiv eingestufte Bereiche von Krankenhäusern und Kliniken fest, um eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten. Sie legt die maximale Anzahl von Patienten pro Pflegekraft auf einer Station fest. (Quelle: PpUGV 2022: Neues Jahr, neue Bereiche)

    Dabei hängt die Anzahl an Patienten vom Bereich und Bundesland ab. (Quelle: PpUGV 2022: Neues Jahr, neue Bereiche; PpUGV 2022: Neues Jahr, neue Bereiche

    Eine Pflegekraft im Nachtdienst kann damit für 3 bis 22 Patienten zuständig sein.

    Ob eine Pflegefachkraft allein arbeitet oder im Team, ist demnach vom Bereich und der Anzahl der Patienten abhängig. Allein arbeiten darf sie jedoch. 

    Anders sieht es bei Pflegehelfer:innen aus. Zwar hast du die Möglichkeit, als Dauernachtwache zu arbeiten, jedoch gibt das Gesetz vor, dass immer mindestens eine Pflegefachkraft anwesend sein muss.

    Erfahrungen als Dauernachtwache in der Pflege

    Manuela (37), Mutter von zwei Kindern

    „Ich arbeite jetzt schon seit drei Jahren nachts in der Pflege, damit ich tagsüber mehr für meine zwei Kids da sein kann. Das ist echt klasse, weil ich so keinen wichtigen Moment bei ihnen verpasse.

    Aber ehrlich gesagt, der Nachtdienst zerrt an meiner Gesundheit. Mein Schlaf ist total durcheinander. Tagsüber richtig zur Ruhe zu kommen, ist oft mega schwer, und nach den Nächten bin ich total platt. Wenn ich dann mal frei habe und wieder in den normalen Tagesrhythmus wechseln muss, ist das auch nicht ohne.

    Trotzdem finde ich es gut, dass ich als Dauernachtwache arbeiten kann. Ich achte halt mehr auf meine Ernährung und versuche, mich fit zu halten. Klar, es ist ein Kompromiss, aber die Zeit, die ich dadurch mit meinen Kindern habe, ist mir das alles wert.“

     

    Renate (65), Rentnerin

    „Nach über 20 Jahren im Nachtdienst, jetzt im Ruhestand, merke ich erst richtig, was das mit mir gemacht hat. Mein Schlaf ist immer noch durcheinander. Ich liege nachts oft wach und tagsüber bin ich wie gerädert. Mein Magen macht auch nicht mehr so mit, und ich spüre, dass mein Körper von der ganzen Nachtarbeit ziemlich mitgenommen ist.

    Sozial gesehen hab ich auch einiges verpasst. Viele Treffen mit Freunden oder Familienfeiern fielen aus, weil ich entweder schlafen oder arbeiten musste. Jetzt versuche ich zwar, das nachzuholen, aber es ist echt nicht leicht, die verpasste Zeit wieder gutzumachen.

    An die Jüngeren unter euch: Überlegt euch das mit dem Dauernachtdienst wirklich gut. Klar, am Anfang scheint das machbar, aber auf Dauer hinterlässt das seine Spuren. Passt auf euch auf, eure Gesundheit und euer Sozialleben sind goldwert.“

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