Pflegerecruiting der Generation Z

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie die Generation Z tickt und mit welchen Strategien Sie junge Pflegekräfte erfolgreich gewinnen und halten können.

 

 

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Faul, hohe Ansprüche, ichbezogen und den Blick ständig aufs Smartphone gerichtet – dies sind nur einige hartnäckige Mythen, die über die Generation Z kursieren. Auch wenn diese Darstellung den jungen Menschen von heute alles andere als gerecht wird, tritt dennoch eine Generation in den Arbeitsmarkt, die ganz andere Werte und Erwartungen, aber auch Anforderungen an das (Pflege-) Recruiting hat als ihre Vorgänger:innen. 

 

Fest steht aber auch: ohne die Generation Z lässt sich der drastische Fachkräftemangel in der Pflege nicht ansatzweise meistern. Für Arbeitgeber in der Pflege gilt es daher, nicht nur die Generation Z zu verstehen, sondern ihnen auch die Arbeitsbedingungen zu bieten, die ihnen wichtig sind.

 

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie die Generation Z tickt und was sie von Arbeitgebern und Führungskräften erwartet. Außerdem geben wir Ihnen Strategien an die Hand, mit denen Sie junge Pflegekräfte erfolgreich gewinnen und halten können.

 

Die Generation Z verstehen – Werte, Erwartungen und Arbeitsmentalität

Babyboomer, Millennials oder eben die Generation Z – mit diesen Begriffen werden Gruppen unterschiedlichen Alters beschrieben. Jede dieser Generationen, welche in etwa 20–25 Jahre umfasst, teilt ähnliche Werte, Verhaltensweisen und Ideale. 

Aktuell unterscheidet man zwischen fünf Generationen:

 

  • Traditionalisten: geboren zwischen 1923 und 1945

  • Babyboomers: geboren zwischen 1946 und 1964

  • Generation X: geboren zwischen 1965 und 1978

  • Generation Y: geboren zwischen 1979 und 1998

  • Generation Z: geboren ab 1999 (je nach Autor auch ab 1995) bis 2010

  • Generation Alpha: geboren ab 2010

 

Dabei ist weniger der strikte Geburtsjahrgang entscheidend, sondern dieselben einschneidenden Erlebnisse in Kindheit und Jugend (Kriege, Wiedervereinigung, Kampf gegen den Terror oder eine Pandemie). So sagte Napoleon einmal: „Um einen Mann zu verstehen, muss man wissen, was in der Welt geschah, als er 20 war.“ 

 

Trotz ähnlicher Erlebnisse gibt es beachtliche Streuungen innerhalb einer Generation. Unter den heute 20-Jährigen finden sich sowohl begeisterte Fast-Fashion-Käufer:innen als auch radikale Klimaaktivist:innen. Genauso koexistierten in den 1980-er Punker und Popper. Ferner machte es einen erheblichen Unterschied, ob man seine Jugend in West- oder Ostdeutschland verbrachte.

 

Auch wenn die Einteilung in Generationen also nicht unbedingt der Realität der einzelnen Individuen entspricht, existieren klare Unterschiede in den Mittelwerten der Generationen. Insbesondere im Marketing und Recruiting hilft ein Verständnis der jeweiligen Generation, bei der erfolgreichen Ansprache ihrer jeweiligen Vertreter:innen.

 

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Tiefe Verwurzelung in der digitalen Welt

Die Generation Z, auch bekannt als Digital Natives, wurde in eine Welt hineingeboren, in der digitale Technologien allgegenwärtig sind. Sie besitzen eine hohe Affinität zu mobilen Endgeräten und sind von klein auf mit dem Internet und Smartphones aufgewachsen. 

 

Während ältere Generationen digitale Technologien als Werkzeuge ansehen, die sie erlernen und anwenden müssen, sind diese für die Generation Z eine natürliche Erweiterung ihrer sozialen und beruflichen Umgebung. Sie erleben die digitale Welt nicht als separaten Raum, sondern als integralen Bestandteil ihres täglichen Lebens. Sie nutzen klassische Medien wie Magazine und Zeitschriften kaum noch, da ihre Welt sich online abspielt.

 

Trotz des häufigen Konsums von digitalen Inhalten zeigt sich, dass die „Gen Z“ viele Werbemaßnahmen gekonnt ignoriert. Sie wollen lieber Teil von etwas sein, als sich berieseln zu lassen.

 

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Eine Aneinanderreihung von Krisen und deren Auswirkung auf die Generation Z

Wer im Jahr 2000 geboren ist, ist in eine Welt der Instabilität geboren. Allein die letzten Jahre zeigen das sehr eindrucksvoll: eine globale Pandemie, Inflation, Klimakrise, Donald Trump als Präsident der USA, Flüchtlingskrise und ein Angriffskrieg in Europa. Die junge Generation ist nie ohne massive Sicherheitsmaßnahmen in den Urlaub geflogen. Es fühlt sich für sie so an, als ob jederzeit alles passieren kann.

 

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Generation den Fokus auf die Gegenwart legt. Schließlich sollen Krankenkassen und das Rentensystem ohnehin bald kollabieren.

 

Neben einer hohen Anpassungsfähigkeit an eine sich schnell verändernde Welt hat die Generation Z ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit. Sie sind sich der globalen Herausforderungen bewusst und wünschen sich eine Zukunft, die sowohl vernetzt als auch umweltbewusst ist.

 

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Die Fülle an Möglichkeiten überfordert

Schulabschluss, Ausbildung, Heirat, Hausbau und Kinder – Früher gab es eine sehr genaue Vorstellung davon, welche Schritte es im Leben gibt. Ganz anders heute. Die scheinbar grenzenlosen Wahlmöglichkeiten und der Selbstoptimierungswahn – propagiert durch soziale Medien – überfordern. Der Druck, die richtige Entscheidung zu treffen, ist enorm. Viele Jugendliche sind sich nicht bewusst, wer sie wirklich sind und was sie auszeichnet.

 

Manche Mitglieder der Generation Z fallen angesichts dieser Überforderung in eine Lethargie. Sie fühlen sich gelähmt und unfähig, einen klaren Weg für ihre berufliche und persönliche Zukunft zu finden.

Herausforderungen im Recruiting: Die Generation Z in der Arbeitswelt

Die Generation Z möchte einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Dies kann in Bezug auf Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Veränderungen, aber auf die persönliche Entwicklung sein.

 

Gleichzeitig ist jungen Menschen eine strikte Trennung zwischen Privat- und Berufsleben wichtig. Sie möchten den Job nicht zum Mittelpunkt ihres Daseins machen. Die eigene Gesundheit hat Priorität.

 

An ihren Arbeitgeber haben sie hohe Ansprüche. Sie kennen ihre Möglichkeiten und fordern diese selbstbewusst ein. Sie erwarten Lob, Wertschätzung und einen fairen Umgang. Auch Benefits wie Sabbaticals und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten sind für sie wichtige Aspekte. Die gesellschaftliche Verantwortung des Arbeitgebers spielt ebenfalls eine große Rolle. Außerdem ist wichtig, dass der Job sicher ist und eine langfristige Perspektive bietet.

 

Gen Z selbst, zeigt allerdings eine deutlich geringere Loyalität zu ihrem Arbeitgeber als die Generationen vor ihr. Häufige Kündigungsgründe: sind ein zu niedriges Gehalt, zu viel Stress oder einfach Lust auf etwas Neues. Das Thema Mitarbeiterbindung sollte daher bei Arbeitgebern ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Hierzu später mehr.

 

All diese Merkmale der Generation Z können zu Konflikten mit älteren Generationen führen. Diese haben oft eine andere Arbeitsmoral und Disziplin. Im Gegensatz zu den jungen Leuten sind sie zu Beginn ihres Berufslebens nicht in einem Arbeitnehmermarkt gestartet und können die Anspruchshaltung ihrer jungen Kolleg:innen nur schwer verstehen.

Boomer, Gen X, Y und Z im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick der Generationen. Die Traditionalisten sind in der Regel nicht mehr und die Generation Alpha noch nicht im Pflegeberuf tätig. 

 

  Babyboomer Generation X Generation Y Generation Z
Geburtsjahre

Ca. 1946–1964

Ca. 1965–1980

Ca. 1981–1996

Ca. 1997–2012

Prominente

Angela Merkel, Bill Gates, Thomas Gottschalk

Elon Musk, Steffi Graf, Boris Becker

Mark Zuckerberg, Prinz William, Justin Bieber

Greta Thunberg, Kylie Jenner, Kylian Mbappé

Motto

„Leben, um zu arbeiten.“

„Arbeiten, um zu leben.“

„Erst leben, dann arbeiten.“

Beim Arbeiten, leben und beim Leben arbeiten.“

Arbeitsstil

Diszipliniert, hierarchisch, hohe Arbeitgeberbindung, unflexibel

Unabhängig, Selbstverwirklichung, strebsam, eher Einzelkämpfer

Kollaborativ, teamorientiert, Work-Life-Blending, optimistisch, selbstbewusst

geringe Bindung, geringe Frustrationstoleranz, kurze Konzentrationsspanne

Kommunikation

Persönlicher Kontakt, Telefon

Bevorzugt persönlichen Kontakt, E-Mail

Direkt, digital (E-Mail, Text)

Schnelle digitale Kommunikation, Social Media

Motivation

Anerkennung, Stabilität

Work-Life-Balance, Sicherheit

Sinnvolle Arbeit, Unternehmenskultur

Sicherheit, Flexibilität

Technologie

wenig technikaffin, bevorzugen traditionelle Methoden 

Anpassungsfähig, kritisch eingestellt; bevorzugen persönliche Interaktionen

Sehr komfortabel mit digitalen Medien

Aufgewachsen mit Technologie, sehr komfortabel

Weiterbildung

Wertschätzung langjähriger Erfahrung, weniger Fokus auf Weiterbildung

Klare Karrierepfade, professionelle Entwicklung

Berufliche Entwicklung & Weiterbildung wichtig

Praktische Erfahrungen, schnelle Lernmöglichkeiten

 

Fazit: Das macht Generation Z für die Pflege so herausfordernd

  • Die Generation Z ist mit traditionellen Recruitingmethode nicht (effektiv) zu erreichen.
  • Werte wie Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion müssen glaubhaft gelebt und kommuniziert werden.
  • Wunsch nach geregelten Arbeitszeiten, freien Wochenenden, Homeoffice und Workations sind der Pflege schwer umzusetzen.
  • Gen Z ist viel weniger bereit Überstunden zu leisten oder aus dem Frei geholt zu werden.
  • Die Arbeitgebermarke (Employer Brand) gewinnt immer mehr an Bedeutung.
  • Digitalisierung gehört für sie zwingend in den Berufsalltag.
  • Vertreter:innen der Generation Z fordern einen anderen Führungsstil.

 

Wie Sie diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen, zeigen Ihnen die folgenden Strategien.

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Erfolgreiche Strategien zur Ansprache der Generation Z

Digitale Präsenz stärken

Nahezu 100 % der Generation Z ist auf Social Media aktiv (Quelle: Express VPN). An einer eigenen Social-Media-Präsenz geht bei der Ansprache dieser Generation somit kein Weg vorbei.

 

Allerdings heißt es hier besonnen vorzugehen. Einfach loszulegen und auf allen gängigen Plattformen Stellenanzeigen zu posten, wäre der falsche Weg (und könnte mehr Schaden als Nutzen anrichten). Es gilt, Ressourcen und Know-how im Social-Media-Marketing zu schaffen oder den Bereich auszulagern. Ohne Konzept und Wissen über aktuelle Trends und Formate ist Social Media vertane Liebesmüh.

 

Der Vorteile ist allerdings: Mit etwas Know-how, Kanalverständnis und Strategie können Sie hier auch als Einzelunternehmen ohne großes Budget viel erreichen.

 

Schauen wir uns die einzelnen Kanäle genauer an.

Facebook

Facebook altert mit seinen Mitgliedern. Während 2014 noch über 90 % der 16- bis 19-Jährigen auf Facebook aktiv waren, waren dies 2022 nur noch 39 %. Tendenz weiter sinkend. Den Kanal ganz abzuschreiben, empfiehlt sich aber (noch) nicht. Gerade die älteren Gen Zler haben durchaus ein Profil hier. 

 

Unsere Empfehlung: Über organische (unbezahlte) Postings ist kaum noch was zu holen. Denn Facebook schränkt die Reichweite von Unternehmensprofilen mittlerweile stark ein. Jemanden, der sich alle paar Tag einloggt, werden sie so nicht erreichen. Sollte Sie Anzeigen aus Instagram schalten, kann es sich aber lohnen, diese ebenfalls auf Facebook zu schalten. Beide Kanäle gehören zu Meta und Anzeigen können über die gleiche Oberfläche gebucht und targetiert werden.

 

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Instagram

Auch wenn viele junge Menschen Facebook den Rücken gekehrt haben (oder sich nie ein Profil erstellt haben), sind sie dennoch im Meta-Konzern geblieben – bei Instagram. Aktuell ist Instagram die am meisten genutzte Plattform der Generation Z und so etwas wie deren natürliches Habitat. Zwischen Selbstdarstellung, Austausch und Unterhaltung informiert sie sich hier auch über Marken und Unternehmen.

 

Unsere Empfehlung: Legen Sie sich unbedingt einen Account zu. Unternehmen, die nicht auf Instagram sind, existieren für junge Leute oft nicht. Immer öfter ersetzen TikTok und Instagram sogar die klassische Google-Suche. Reichweite können Sie sowohl über organische Posts erreichen oder durch Werbeanzeigen einkaufen.

 

Auch hier gilt aber: ohne Strategie und Kenntnis von den Gepflogenheiten – zum Beispiel was Design, Sprache, Formate und Co. – geht nichts. Instagram besteht schon lange nicht mehr aus Fotos, sondern bietet mit Storys, Reels und Livestreams eine ganze Fülle von Möglichkeiten.  Ein wesentlicher Bestandteil ist auch die Messenger-Funktion, welche für Zoomer die viel naheliegendere Option ist, Kontakt aufzunehmen als E-Mail oder Telefon.

 

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TikTok

Die Zahl der angemeldeten Nutzer von TikTok ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen – und steigt immer noch. Auch wenn mittlerweile auch ältere Nutzer:innen hinzukommen, ist die Plattform fest in der Hand der Gen Z. Auf TikTok werden ausschließlich Videos im Hochformat veröffentlicht.

 

Statt Perfektion zählt hier Kreativität. Wer TikTok nur in Verbindung mit tanzenden Teenagern bringt, unterschätzt die Plattform. Mittlerweile haben auf TikTok auch „ernstere“ Themen Einzug gehalten. Aktuell sind noch wenige Arbeitgeber in der Pflege auf TikTok unterwegs. 

 

Unsere Empfehlung: Legen Sie sich einen TikTok-Account zu. Wer jetzt einsteigt, kann als Unternehmen in der Pflege vergleichsweise hohe Reichweiten erzielen. Allerdings sollte Ihnen bewusst sein, dass TikTok – insbesondere wenn Sie jenseits der Jahrtausendwende geboren wurden – zum fortgeschrittenen Social Media gehört. Die Plattform unterscheidet sich stark von dem, was sie von Facebook oder Instagram kennen. Auf TikTok ist weniger die Followerzahl ausschlaggebend, als das Verhalten der Nutzer:innen. Auch kleine Accounts können große Reichweiten erzielen, insofern der Content überzeugt. 

 

Und hier ist der Haken: ohne Skills in der Videobearbeitung und -konzeption geht es nicht. Denn was auf TikTok zählt, sind schnelle Schnitte, direkt auf den Punkt kommen sowie laute und schnelle Gestaltung. TikTok lebt außerdem stark von Communitys. Sie sollten die Zeit mitbringen, in den Austausch zu gehen, Fragen zu beantworten und Anregungen aufzunehmen.

Tipp: Schauen Sie sich mal auf dem TikTok-Kanal des Klinikums Dortmund um. Einige der Kurzvideos erreichen bis zu 2 Millionen Aufrufe.

 

YouTube

Auch wenn YouTube schon rund 20 Jahre auf dem Buckel hat, steht die Plattform dennoch bei den Generation Z hoch im Kurs. Entgegen dem Trend zu Kurzvideos sind hier insbesondere Videos im Langformat beliebt.

 

Unsere Empfehlung: Wenn Sie die Ressourcen haben (längere) Videos zu produzieren, kann YouTube ein Kanal sein, der Sie von anderen Arbeitgebern abhebt. Aber auch wenn Sie zu dem Schluss kommen, nicht auf YouTube aktiv zu werden, ist es eine Überlegung wert, YouTube-Ads zu schalten.

Snapchat

Während viele Ältere Snapchat schon vor Jahren den Rücken gekehrt haben, ist die Generation Z geblieben und hier weitestgehend unter sich.

 

Unsere Empfehlung: Snapchat sollte nicht erste Wahl sein, um Gen Z auf Social Media zu erreichen. Im Gegensatz zu anderen Plattformen sind die Möglichkeiten für Unternehmensprofile auch begrenzt. Wenn Sie bereits gute Erfahrungen mit Werbung gemacht haben, könnten Snapchat Ads aber eine Option sein, die Reichweite der Plattform zu nutzen.

 

Tipps für eine erfolgreiche Ansprache der Generation Z auf Social Media

  1. Authentische Inhalte kreieren: Authentizität ist entscheidend, um Vertrauen und Interesse zu wecken. Zeigen Sie echte Einblicke in den Arbeitsalltag und die Kultur Ihres Unternehmens.
  2. Vertreter:innen der Generation Z einbinden: Ihre Perspektiven und Ideen können die Relevanz und Resonanz Ihrer Inhalte stark verbessern.
  3. Mitarbeiter-Testimonials nutzen: Authentische Geschichten Ihrer Mitarbeiter:innen können potenzielle Bewerber:innen inspirieren und eine persönliche Verbindung herstellen.
  4. Karrierepfade aufzeigen: Verdeutlichen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten und Förderungsangebote in Ihrem Unternehmen, um Ambitionen zu wecken.
  5. Zielgerichtete Werbekampagnen: Spezifische Kampagnen, die klar kommunizierte Jobangebote enthalten, sprechen die Generation Z direkt an.
  6. Interaktion & Engagement: Aktives Engagement in Form von Kommentaren, Direktnachrichten oder Q&A-Sessions baut eine Community auf und fördert den Dialog.
  7. Influencer:innen: Kooperationen mit Influencer:innen, besonders aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, steigern die Glaubwürdigkeit und Reichweite Ihrer Botschaften.
  8. Auf Trends reagieren: Seien Sie flexibel und nutzen Sie aktuelle Trends oder Ereignisse, um Ihre Inhalte zeitgemäß und relevant zu gestalten.


Noch mehr Tipps für erfolgreiches Social-Media-Marketing erhalten Sie in unserem Ratgeber:  Social-Media-Marketing für die Pflege

Mit flexiblen Arbeitsmodellen den Wunsch nach Work-Life-Balance erfüllen

Die Work-Life-Balance ist ein zentraler Aspekt für die Generation Z. Für Arbeitgeber in der Pflege ergibt sich daraus die Herausforderung, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die diesen Bedürfnissen entsprechen. 

 

Hier sind einige Ansätze, wie dies gelingen kann:

Flexible Schichtmodelle

Indem Arbeitgeber flexible Schichtsysteme entwickeln, die individuelle Präferenzen berücksichtigen, machen sie einen ersten großen Schritt in Richtung Work-Life-Balance gemacht. Die Möglichkeit, zwischen Lang- und Kurzschichten zu wählen oder feste freie Tage zu vereinbaren, ermöglicht es den Pflegekräften, ihre Arbeitszeit besser mit ihrem Privatleben in Einklang zu bringen.

 

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Teilzeitmodelle

Viele junge Menschen sind nicht mehr bereit, die klassischen 40 Stunden zu arbeiten. Die Gründe sind vielfältig. Viele Pflegekräfte aus der Generation Z haben neben ihrem Hauptjob noch eine selbstständige Nebentätigkeit, sei es als Blogger, Influencer, mit einem eigenen Online-Shop oder einem eigenen Podcast. Nicht wenige möchten aber auch ganz bewusst in Teilzeit arbeiten, um mehr Zeit für Hobbys und den Freundeskreis zu haben.

Holen aus dem Frei vermeiden

Einspringen aus dem Frei – während viele Pflegekräfte aus ältere Generationen für ihren Arbeitgeber an freien Tagen erreichbar sind und Schichten für erkrankte Kolleg:innen übernehmen, sieht dies bei der Generation Z oft anders aus. Viele gehen nicht ans Handy und lassen berufliche Nachrichten nach Feierabend unbeantwortet. Sie sind nicht bereit, ihre Pläne spontan über den Haufen zu werfen und empfinden Anrufe des Arbeitgebers in ihrer Freizeit mitunter als übergriffig.

 

Bei der Generation Z können Sie also punkten, wenn Sie die freie Zeit ihrer Mitarbeitenden schützen (etwa mit einem Springerpool) oder spontanes Einspringen angemessen vergüten.

 

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Starke Employer Branding: Authentizität und Transparenz

Employer Branding bezeichnet die strategische Gestaltung und Positionierung einer Arbeitgebermarke, um potenzielle Mitarbeiter:innen anzuziehen, zu halten und zu motivieren. Es geht darum, das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren, der seine Werte, Kultur und Arbeitsbedingungen klar kommuniziert und authentisch darstellt.

 

Für die Generation Z ist Employer Branding essenziell. Sie sind in diesem Punkt besonders sensibel und finden mit beeindruckender Geschwindigkeit jedes noch so kleine Detail über einen Arbeitgeber heraus. Junge Menschen sind wenig tolerant bei Themen wie Nachhaltigkeit oder Diversität. Sie merken es ziemlich schnell, wenn Arbeitgeber nicht transparent oder ehrlich sind.

 

Insbesondere persönliche Erfahrungen (auch wenn diese von Fremden kommen) spielen bei ihnen eine große Rolle.  52 % der GenZ hat schon einmal Online-Arbeitgeberbewertungen gelesen (bitkom). Dem Thema Reputationsmanagement sollten Sie also eine große Aufmerksamkeit schenken.

 

Mehr zum Thema Employer Branding finden Sie in unserem Ratgeber: Employer Branding in der Pflegebranche

Tipp Arbeitgeberbewertungen auf Care Rockets: Mit unserer Care Rockets Arbeitgeber-Übersicht ermöglichen wir Pflegekräften, ihren Arbeitgeber anonym zu bewerten. Mittlerweile finden sich hier Bewertungen zu über 14.000 Arbeitgebern. 

 

Einbindung moderner Technologien und Digitalisierung

Die Generation Z ist in eine digitale Welt hineingeboren. Moderne Technologien gehören für Sie zum Alltag dazu. Wer privat das neueste iPhone besitzt und vollkommen selbstverständlich Künstliche Intelligenz nutzt, wird nicht glücklich, wenn er sich beruflich in einer analogen Welt wiederfindet.

 

Als Arbeitgeber können Sie bei den Digital Natives punkten, wenn Sie in Sachen Digitalisierung in der Pflege zu den Vorreitern gehören. Ganze 91 % der 12.000 befragten Schüler:innen und Studierenden gaben in einer Studie von DELL an, dass es für sie bei der Wahl ihres Arbeitgebers wichtig ist, dort mit modernen Technologien zu arbeiten. Das fängt bei digitalen Recruitingprozessen an, hin zu Online-Weiterbildungen, Pflegedokumentationen per Spracheingabe und Pflege-Robotern.

Vereinfachte Bewerbungsprozesse: schnelles und transparentes Feedback

In Zeiten, in denen Amazon Prime, Flink und Co. innerhalb weniger Stunden bis an die Haustür liefern, ist für junge Kandidat:innen nicht nachvollziehbar, warum die Rückmeldung auf eine Bewerbung tage- oder sogar wochenlang dauert. Schnelligkeit lautet also die Devise.

 

Wir empfehlen den Arbeitgeber auf Care Rockets immer, sich idealerweise innerhalb der ersten 48 Stunden, besser noch 24 Stunden, bei Pflegekräften zu melden. Denken Sie auch daran, die Kandidat:innen immer über den Stand des Recruitingprozesses auf dem Laufenden zu halten.

 

Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihr Bewerbungsverfahren für mobile Geräte optimiert ist. Es reicht nicht, dass die Seiten mobil richtig dargestellt werden. Wer mobil unterwegs ist, erwartet auch, dass die Inhalte schnell laden, Formulare nicht zu überladen sind und Dokumente, die gerade nicht zur Hand liegen, nachgereicht werden können.

 

Bieten Sie neben E-Mail auch weitere Kontaktmöglichkeiten an. Neben WhatsApp sollten Sie auch damit rechnen, dass Kandidat:innen Ihnen über Social-Media-Messenger schreiben. Auch hier gilt: Schnelligkeit zahlt sich aus.

 

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Active Sourcing

Wer heute jung ist, kann nicht nur aus einer Vielzahl an Studiengängen und Ausbildungsberufen wählen, sondern hat auch – gerade in Engpassberufen wie der Pflege – die Qual der Wahl, welcher Arbeitgeber es denn sein soll. In der Regel sind junge Pflegekräfte nicht arbeitslos, auch wenn viele von ihnen einen Arbeitgeberwechsel durchaus in Betracht ziehen würden.

 

Solche latent-wechselwilligen Kandidat:innen erreichen Sie am besten durch die direkte Ansprache. Active Sourcing ist ein Recruiting-Ansatz, bei dem Sie aktiv auf spannende Kandidat:innen zu gehen, um sie für Ihr Unternehmen zu gewinnen. Am besten in ihrem natürlichen Lebensraum: den sozialen Medien.

 

Dies ist nicht immer einfach. Immerhin sind die jungen Leute auf Instagram und Co. privat unterwegs und haben nicht etwa Lebensläufe hinterlegt. Mit der Tür ins Haus zu fallen, ist allerdings selten von Erfolg gekrönt. Vielmehr geht es darum, mit Ihrem Social-Media-Profil eine Präsenz aufzubauen, Beziehungen aufzubauen und Interesse am Unternehmen zu wecken.

Tipp Active Sourcing mit Care Rockets

Mit Direktnachrichten auf Care Rockets sind Sie bereits einen ganzen Schritt weiter. Denn auf Care Rockets haben sich bereits Pflegekräfte jeden Alters registriert, die offen für einen neuen Job in der Pflege sind. Mit dem Zielgruppen-Filter können Sie leicht aus den über 35.000 registrierte Pflegekräften auf Care Rockets  (Stand: März 2024) nach Wunschkandidat:innen suchen. Anschließend erreichen Sie die Pflegekräfte mit einer persönlichen Nachricht per SMS direkt aufs Handy.

 

Bereits mit dem kostenlosen Unternehmensprofil können Sie monatlich 5 persönliche Nachrichten an Ihre Wunschkandidat:innen schicken.

 

 

Gezielte Weiterbildungsangebote und Karrierechancen

Die Generation Z ist wissbegierig und neugierig. Lebenslanges Lernen gehört für sie in einer sich schnell verändernden Welt dazu. Um den Anforderungen der Generation Z im Pflegesektor gerecht zu werden, müssen Weiterbildungs- und Karriereangebote deren spezifischen Bedürfnissen entsprechen. 

 

Ganz weit oben auf der Wunschliste steht Flexibilität. Gen Z möchte zeit- und geräteunabhängig lernen, anstatt zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Kursraum sitzen müssen. Beliebt sind E-Learning-Kurse, die aktuelle Inhalte per Video vermitteln.

 

Denke Sie auch daran, dass junge Pflegekräfte viel eher bereit sind als ältere Generationen, ein Unternehmen wieder zu verlassen. Gezielte Mentoringprogramme und Weiterbildungspfade für Spezialisierungen, können den jungen Menschen eine Perspektive innerhalb des Unternehmens aufzeigen.

Die Generation Z für eine Ausbildung in der Pflege gewinnen

46 % der Abiturienten haben keinen Plan, was sie nach der Schule machen wollen. Die Auswahl ist groß. Jugendliche können aus über 19.000 Studiengängen und etlichen Ausbildungen wählen (tagesspiegel.de). Hinzu kommen diverse Work&Travel Angebote. Der Druck etwas Cooles mit dem eigenen Leben zu machen und einen Beruf zu finden, der sinnstiftend ist und die eigene Identität widerspiegelt, ist groß. Die Angst falsch abzubiegen ist groß. 

 

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Gleichzeitig sollten Beruf und Arbeitgeber ethisch unbedenklich und frei von starren Strukturen sein.  Flexibilität und eine klare Trennung von Freizeit und Arbeit sind wichtig. Für viele Jugendliche spielen die Eltern bei der Berufswahl eine wichtige Rolle. Ganze 78 % der Schüler:innen sehen den diesbezüglichen Rat der Eltern als hilfreich an (azubi.de).

 

Für Arbeitgeber in der Pflege ergibt es folglich Sinn …

 

  • Sich auf die Stärken des Pflegeberufs zu fokussieren: Eine sinnstiftende Tätigkeit und Sicherheit – beides ist der Generation Z wichtig. Berufen Sie sich auf diese Stärken, wenn es darum gilt, die Pflegeausbildung den Jugendlichen (und ihren Eltern) schmackhaft zu machen.
  • Die Eltern einzubeziehen: So könnten Sie über Werbeanzeigen auf Facebook oder über klassische Stellenanzeigen, die Pflegeausbildung als Option für ihre Sprösslinge in den Raum werfen.
  • Realistische Erwartungen zu setzen: Remote Work und Gleitzeit sind in der Pflege leider nicht möglich. Kommunizieren Sie solche Einschränkungen offen, um realistische Erwartungen zu setzen.
    • Mit Vorurteilen aufzuräumen: Pflege ist nur was für Frauen, Pflege ist schlecht bezahlt … – Vorurteile zum Pflegeberuf gibt es viele. Räumen Sie damit auf und kommunizieren Sie dies proaktiv.
  • Eine starke Employer Brand aufzubauen: Kommunizieren Sie Ihre Werte nach außen und leben Sie sie nach innen. Die Generation Z hat ein sehr feines Gespür für Authentizität.

Neben den sozialen Medien erreichen Sie potenzielle Auszubildende auch über Berufsmessen und Bildungsträger. Mit einem Vortrag ist es allerdings nicht getan. Nehmen Sie an Initiativen wie dem Boys’ Day teil und bieten Sie großzügig Schülerpraktika an.

 

Ganz wichtig: sehen Sie dich Praktikant:innen nicht als willkommene Hilfskräfte, sondern sorgen Sie dafür, dass die jungen Menschen etwas lernen und den Beruf wirklich kennenlernen. Bleiben Sie danach unbedingt in Kontakt. Vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit eines Nebenjobs. Laden Sie ehemalige Praktikant:innen zu Ihrem Sommerfest oder gratulieren Sie zu besonderen Anlässen.

 

Ein sehr wirkungsvolles Instrument sind auch Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme. Wie keine andere Generation vertraut die Gen Z auf die Erfahrung von Freunden, Familie oder auch völlig Unbekannten. Wie wäre es also, wenn Sie Ihre aktuellen Auszubildenden bei der Suche ihrer Nachfolger:innen einspannen?

Ausblick: Die Generation Alpha steht in den Startlöchern

Während sich die Arbeitswelt noch auf die Generation Z einstellt, klopft bereits die nächste Generation an die Tür: die Generation Alpha. Schon bevor diese Generation ihre ersten Worte spricht, sind sie geübt im Scrollen auf Touchscreens. 75 % der unter 10-Jährigen besitzen heutzutage ein Smartphone (generation-thinking.de). Diese frühzeitige Technologieexposition prägt ihre Entwicklung und Interaktion mit der Welt.

 

Sie sind die Kinder der Millennials. Für diese Generation ist es eine sehr bewusste Entscheidung, Kinder zu bekommen. Das Durchschnittsalter bei Müttern liegt mittlerweile bei 30 Jahren. Die meisten Kinder der Generation Alpha wachsen als Einzelkind oder mit einem Geschwisterkind auf. Die Ansprüche der Millennial-Eltern an sich selbst sind immens. Für viele junge Alphas hat dies zur Folge, dass sie sehr überbehütet aufwachsen und folglich wenig selbstständig sind. 

 

Auch wenn die jüngsten Vertreter:innen der Generation Alpha aktuell noch gewickelt werden, ist es in wenige Jahren ist es so weit: die ersten jungen Alphas treten in den Arbeitsmarkt ein. Arbeitgeber können sich darauf einstellen, dass viele Entwicklungen, die jetzt schon beim Recruiting der Generation Z eine Rolle spielen, sich noch weiter verstärken werden. Das heißt, wer in Sachen Recruiting und Mitarbeiterbindung jetzt schon auf dem neuesten Stand ist, stellt die Weichen für eine nachhaltige Recruitingstrategie.

Fazit

Die Herausforderungen und Chancen, die die Generation Z im Pflegerecruiting mit sich bringt, verdeutlichen die Notwendigkeit für Arbeitgeber, sich anzupassen und neue Wege zu gehen. Diese Generation, geprägt von digitaler Kompetenz und einem ausgeprägten Wunsch nach Work-Life-Balance, erfordert einen frischen Blick auf das, was es bedeutet, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

 

Es ist an der Zeit, traditionelle Recruiting-Strategien zu überdenken und digitale Kanäle, flexible Arbeitsmodelle und authentisches Employer Branding in den Vordergrund zu rücken. Indem Sie zeigen, dass Sie die Werte und Erwartungen der Generation Z ernst nehmen, positionieren Sie sich als attraktiver Arbeitgeber in einem hart umkämpften Markt.

 

Nutzen Sie die Chance, Ihre Präsenz und Attraktivität als Arbeitgeber mit einem kostenlosen Unternehmensprofil auf Care Rockets zu steigern. Hier erreichen Sie auf direktesten Weg junge Pflegekräfte, die offen für neue Herausforderungen sind. 

 

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FAQ: Fragen und Antworten zum Recruiting der Generation Z

Wie unterscheidet sich die Generation Z von früheren Generationen im Arbeitsmarkt?

Die Generation Z ist digital versiert, legt Wert auf Sicherheit und Work-Life-Balance und fühlt sich von der Fülle an Möglichkeiten oft überfordert. Im Vergleich zu früheren Generationen suchen sie nach sinnvoller Arbeit und klaren Trennungen zwischen Beruf und Privatleben.

Welche digitalen Kanäle eignen sich am besten, um die Generation Z zu erreichen?

Instagram und TikTok sind Schlüsselplattformen, um die Generation Z authentisch und direkt in ihrem digitalen Umfeld zu erreichen.

Wie kann die Pflegebranche eine Work-Life-Balance für die Generation Z bieten?

Durch flexible Schicht- und Teilzeitmodelle, Vermeidung von Überstunden und Respektierung der Freizeit der Mitarbeitenden.

Inwiefern können Technologien das Recruiting in der Pflegebranche verbessern?

Technologien können durch Automatisierung von Routineaufgaben und effizientere Prozesse das Recruiting vereinfachen und attraktiver für die Generation Z gestalten.

Was sind die Haupterwartungen der Generation Z an ihren Arbeitgeber in der Pflege?

Die Generation Z erwartet sinnvolle Arbeit, Wertschätzung, flexible Arbeitsbedingungen, eine starke Unternehmenskultur und Sicherheit im Job.